Ein Schloss mit Geschichte

Schloss Kochberg, das etwa 35 Kilometer von Weimar entfernt, am Rande des Dorfes Großkochberg gelegene Wasserschloss, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die wiederholten Umbauten spiegeln die unterschiedlichen, von der Renaissance bis zur Neogotik reichenden Formensprachen.

Johann Wolfgang von Goethe war hier von 1775 bis 1788 regelmäßig bei seiner Vertrauten und Freundin Charlotte von Stein zu Gast. „... Mir geht‘s mit Goethen wunderbar. Nach acht Tagen, wie er mich so heftig verlassen hat, kommt er mit einem Übermaß von Liebe wieder ...“ schreibt Charlotte an J.G. Zimmermann.

Zum Schlossensemble, das sich innerhalb eines Wallgrabens ausbreitet, gehören ein sechs Hektar großer Landschaftspark und das „Liebhabertheater“, das Carl von Stein um 1800 durch Umbau eines barocken Gartenhauses errichten ließ.

Von 1733 bis 1946 befand sich Schloss Kochberg im Besitz der Weimarer Familie von Stein. Als Goethegedenkstätte fungierte das Haus bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert und 1975 wurde es nach grundlegender Sanierung als Museum eingerichtet.

Im Jahre 1793 übernahm Charlottes ältester Sohn Carl von Stein das Gut und Charlotte zog sich in das ehemalige Weimarer Stiedenvorwerk an der Ackerwand, das sogenannte „Haus der Frau von Stein“ zurück, das sie mit dem ihr 1764 angetrauten herzoglichen Oberstallmeister Gottlob Ernst Josias Friedrich von Stein seit 1776 zu ihrem städtischen Wohnsitz ausgewählt hatte.

Neben Johann Wolfgang von Goethe, der hier am „Faust“ arbeitete, weilten auch andere prominente Gäste im Schloss, so Friedrich Schiller mit seiner Frau Charlotte, Herzog Carl August mit Familie, Karl Ludwig von Knebel, Johann Gottfried Herder mit Gattin Caroline, Jakob Michael Reinhold Lenz, um nur einige zu nennen.

Goethezeichnung des Schlosses